Wohnen und Arbeiten im Westhafen


1886 nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht, war der Westhafen lange Zeit für Frankfurt ein wichtiger Güterumschlagplatz. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts aber hatte der wasserbezogene Güterumschlag am Westhafen keine Bedeutung mehr für Frankfurt - lediglich ein Schiff pro Werktag wurde noch abgefertigt. Die Stadtverordneten fassten daher den Beschluss, das nicht standortgerecht genutzte Hafengebiet einer neuen Nutzung zuzuführen. Auf einer Landfläche von ca. 125.000 m² sollte ein modernes Quartier mit Büro-, Gewerbe- und Wohnnutzungen entstehen. Das multifunktionale Konzept war auf 50 % für Büro- und Gewerbenutzung und auf ebenfalls 50 % für Wohnungen sowie private und soziale Infrastrukturflächen ausgelegt. Entgegen der ursprünglichen Konzeption unterschritt man im Laufe des Planungsvorganges die maximal mögliche Bruttogeschossfläche (ca. 250.000 m2) um ca. 30.000 m²; die städtebauliche Qualität bekam Vorrang vor Quantität.





In der Endausbaustufe stehen am Westhafen Wohnungen für ca. 1.600 Bürgerinnen und Bürger bereit; über 1.000 sind davon bereits eingezogen. In den Büros können Arbeitsplätze für bis zu 3.500 Menschen entstehen. Ladengeschäfte für die Nahversorgung und ein breitgefächertes Gastronomieangebot sind schon vorhanden. Das Hafenbecken ist - im Gegensatz zu den ersten Planungsentwürfen - erhalten geblieben und wurde mit zwei Brücken überspannt. Es dient nun als kleiner Yachthafen. Ganz in der Nähe von Hauptbahnhof und Innenstadt gelegen, zeigt der Westhafen ein hohes Maß an Urbanität. Mit einer aufgelockerten Bebauung und einer stadtbildbelebenden Mischnutzung wird die Aufenthaltsqualität am Westhafen nachhaltig gesichert. Die Bürogebäude stehen im Osten und Westen des Projektgebietes. Der Standort am Rande des Bankenviertels verschafft vielen Unternehmen eine prägnante Adresse. Der Westhafen Tower an der Molenwurzel bildet einen auffallenden Blickpunkt für das ganze Areal. Das Westhafen Haus und das Brückengebäude sind der östliche Übergang zur Wohnbebauung auf der Mole und Promenade. Das "Haus am Zentralen Platz" markiert dagegen den westlichen Übergang zwischen Wohnen und Arbeiten; stromabwärts formen sieben- bis zehngeschossige Bürogebäude einen zweiten Gewerbeschwerpunkt aus.

Die Wohnungen zwischen den beiden neuen Brücken umfassen ungefähr 850 Einheiten und setzen sich aus allen Qualitätssegmenten zusammen. Auf der Mole befinden sich sechs Zwillingshäuser mit höherwertigen Eigentumswohnungen. Diese Häuser sind zur Hälfte auf der Mole und zur Hälfte über dem Hafenbecken auf Pfählen gebaut. An der Hafenpromenade sind Miet- und Eigentumswohnungen entstanden. Nördlich der Speicherstraße fand mietpreisgebundenes Wohnen seinen Raum. Flächen für Einzelhandel stellen die Nah- und Grundversorgung am Westhafen und dem Gutleutviertel sicher, Dienstleistungs- und Gastronomieangebote - wie z. B. im Druckwasserwerk, im Brückengebäude und am Zentralen Platz - runden das Angebot ab. Zur sozialen Infrastruktur zählen eine Kindertagesstätte und ein Gemeindezentrum der evangelischen Kirche.

Das Leitthema aller Konzepte am Westhafen ist "Wohnen und Arbeiten am Fluss" - womit nicht nur die Lage am Wasser, sondern auch die Hinwendung zu diesem stadtbildprägenden Element betont und ausgedrückt wird. Attraktive Uferpromenaden und Grünflächen erheben die einstmals abgeriegelte, mindergenutzte Verkehrsfläche zu einem Zentrum für Urbanität, Begegnung und Erholung. Dieser Lückenschluss trägt in entscheidendem Maße zum Gesamtkonzept "Stadtraum Main" bei, das vorsieht, den Fluss wieder deutlicher in den Mittelpunkt der Stadt zu rücken. Wohn-, Arbeits- und Erholungsräume sind auf diese Weise ineinander verschmolzen. Vorläufiges Endziel ist die Verlängerung der bestehenden Fußgänger- und Radfahrroute entlang des Mains bis zum Sommerhofpark.






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